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Text & Fotos: Imke Eppers
Full House in Süsel

Wenn Vielseitigkeitstrainerin Renate Steiner sich - selbstverständlich in Begleitung von Busch-Labrador Mausi - auf den weiten Weg nach Norden macht, sind volle Teilnehmerlisten ihrer Trainingstage vorprogrammiert.

So auch am Osterwochenende, an dem sie am Freitag im Geländepark Reesdorf, am Samstag im Reiterpark Max Habel in Süsel und am Sonntag in Boostedt Lehrgangstage anbot, für Trakehner Reiter und solche, die es vielleicht einmal werden wollen. Mehr als 20 Reiter traten in Süsel an, und zwei der fünf Gruppen durften sich als besonderes Schmankerl über eine Lehrstunde mit dem Ex-Bundestrainer und Habicht-Reiter Martin Plewa freuen: Im Rahmen einer PM-Veranstaltung für Ausbilder, Trainer, Richter, Geländeparcourschefs, die Persönlichen Mitglieder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und alle am Geländereiten Interessierten gab Plewa Tipps für die Ausbildung im Geländereiten.

Renate Steiner und Martin Plewa überzeugten Gäste und Reiter besonders mit ihrem Plädoyer für die richtige Basisarbeit, Besonnenheit, Geduld und fortwährende Vertrauensarbeit für Geländepferde  und -reiter. „Das Pferd muss in jedem Moment an den Hilfen sein - dabei spielen die Zügelhilfen die geringste Rolle“, erläuterte Plewa bei seiner Arbeit mit jungen Pferden und mit einigen Pferde auf Niveau der Klasse A. „ Sie dürfen als Reiter nie Druck machen, ein Geländepferd muss lernen, freiwillig zum Sprung zu ziehen und vertrauensvoll zu springen, nur so erhalten Sie die Grundlagen für sicheres Geländereiten“, so einer seiner Grundsätze, die er zunächst anhand einer Gruppe junger Pferde in der vorbereitenden Arbeit und an kleinen Gewöhnungssprüngen demonstrierte. Nach der praktischen Demonstration mit Trakehner Pferden und jungen Reiterinnen der Trakehner Initiative „Jugend in den Vielseitigkeitssattel“ gab der Internationale Vielseitigkeits-Richter und Parcourschef  Erläuterungen zum Aufbau, Anforderungen, Hindernistypen und Befestigungen verschiedener Geländehindernisse. Beeindruckend war die Ruhe und Selbstverständlichkeit, mit der die Reiter individuelle Zielsetzung der Übungseinheit erarbeiten konnten. Es ging nicht darum, zu zeigen, was sie alles schon konnten, sondern wie ein neuer Lernschritt, ob der erste Wasserdurchritt oder das Überwinden eine respektablen „Coffin“ auf L-Niveau, für Pferd und Reiter erfolgreich vollzogen werden kann.

Auch Renate Steiner beschritt mit jeder Gruppe den bewährten Weg „vom Leichten zum Schweren“ und schaffte es, alle Reiterinnen und Pferde mit deutlichen Lernerfolgen nach Hause zu entlassen. Stufen, Wasser, befestigte Gräben ... für fast alle Paare gab es hier und dort eine kleine Premiere zu feiern - und auch die Zuschauer und Begleiter ließen sich von der offensichtlichen Freude der Pferde an der Geländearbeit anstecken.

Wir Nordlichter freuen uns auf den nächsten Besuch aus Bayern - und, nein, es gab weder interkulturelle, noch sprachliche Verständigungsprobleme! Nord und Süd, bei den Buschreitern passt das hervorragend! Danke für lehrreiche und schöne Stunden und bis zum nächsten Mal!


Reitmeister Martin Plewa und Ausbilderin Renate Steiner gaben in Süsel mit einer Gruppe Trakehner Reiterinnen Anleitung zur Ausbildung im Geländereiten